Skala Suizidales Erleben und Verhalten (SSEV)
Teismann, T. Forkmann, T., Glaesmer, H., Juckel, G. & Cwik, J.C.
Die Skala Suizidales Erleben und Verhalten (SSEQ) ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung von Suizidgedanken, -absichten, -impulsen, -plänen und -versuchen innerhalb der vergangenen vier Wochen. Zusätzlich werden Suizidversuche in der Lebensgeschichte erfasst. Das Instrument kann in der Forschung und in der klinischen Praxis verwendet werden.
Ein Testmanual zur SSEV kann unter www.psychometrikon.de heruntergeladen werden. Die verschiedenen Sprachversionen des SSEV sind mit Hilfe der Backtranslation-Methode entwickelt worden. Mit Ausnahme der Farsi-Version der SSEV liegen bislang jedoch noch keine Validierungsstudien zu den verschiedenen Sprachversionen vor. Heruntergeladen können diese Versionen entweder hier oder unter www.q-cultural.de.
Die Skala liegt in folgenden Sprachen vor: Arabische Version DE, Deutsche Version Fragebogen, Englische Version DE, Französische Version DE, Kurdisch (Kurmanji) Version DE, Kurdische Version (Sorani) DE, Russische Version DE, Tigrinya Version DE, Türkische Version DE, Ukrainische Version DE, French Version EN, Kurdisch (Kurmanji) Version EN, Russian Version EN, Tigrinya Version EN, Turkish Version EN, Ukranian Version EN
Die SSEV besteht aus neun Items. Sechs Items erfassen Suizidgedanken, -absichten, -impulse und -pläne. Diese Items beginnen alle mit der Aussage „Während der vergangenen vier Wochen ...“. Die Items sind sechsstufig von „nie“ (0) bis „jeden Tag viele Male“ (5) skaliert. Ein weiteres Item erfragt das Vorkommen von Suizidversuchen in den vergangenen vier Wochen und hat ein dichotomes (ja/nein) Antwortformat. Zusätzlich wird nach Vorkommen (ja/nein) und Anzahl von Suizidversuchen im Verlauf des bisherigen Lebens gefragt. Die Bearbeitungszeit für den Fragebogen beträgt zwei bis vier Minuten.
Die Auswertung erfolgt durch Bildung eines Summenscores der Items 1 bis 6; die Antworten zu aktuellen und lebenszeitlichen Suizidversuchen (Items 7, 8, 9) gehen in diesen Summenscore nicht mit ein. Entsprechend kann sich ein Summenscore von 0 bis 30 ergeben. Die Items 7, 8 und 9 werden nur deskriptiv betrachtet und sollten in der klinischen Praxis je nach Ausprägung in der Planung des weiteren diagnostischen und therapeutischen Vorgehens zusammen mit dem Summenscore berücksichtigt werden.
Höhere Werte im Summenscore verweisen auf vermehrtes suizidales Erleben. Es existieren keine Norm- und /oder Cut-off Werte. Grundsätzlich muss man sich darüber im Klaren sein, dass die Werte in Suizidfragebögen – genauso wie Risikoeinschätzungen durch Kliniker:innen – eine geringe prädiktive Bedeutung für zukünftige Suizidversuche und Suizide haben. Im klinischen Kontext muss zudem darauf geachtet werden, dass die SSEV immer nur als Ergänzung zum therapeutischen Gespräch eingesetzt wird.
Die SSEV wurde in einer groß angelegten Studie (N = 1099) untersucht. Einbezogen wurden ambulante und stationäre Patient:innen sowie eine Onlinestichprobe. Die Items 1 bis 6 laden auf eine einzelne Skala, es zeigte sich eine hohe interne Konsistenz (α=0.92) und es fanden sich erwartungsgemäße Zusammenhänge zwischen der SSEV und verschiedenen Kriteriumsmaßen (Teismann et al., 2021).
Falls Sie beabsichtigen, die SSEV in einer Recherche, einem Projekt oder einer Veröffentlichung zu nutzen, verwenden Sie bitte das folgende Zitat:
Teismann, T. Forkmann, T., Glaesmer, H., Juckel, G. & Cwik, J.C. (2021). Skala Suizidales Erleben und Verhalten (SSEV): Faktorstruktur und psychometrische Eigenschaften. Diagnostica, 67, 115-125.